www.globiontour.com

* * * Reiseberichte aus aller Welt * * *

Pasubio - Berg der Erinnerung und Mahnung

Der Pasubio liegt im Grenzgebiet zwischen Trentino und Veneto. Vor dem 1. Weltkrieg verlief hier die österreichisch-italienische Grenze. Das Gebiet besteht aus mehreren Gipfeln, der höchste davon ist der Cima Palon (2232 m).

Im 1. Weltkrieg fanden hier über zweieinhalb Jahre blutige Schlachten zwischen Österreich und Italien statt. Geschätzt fielen 13.000 Soldaten beider Seiten den Kämpfen zum Opfer. Der Pasubio wurde auch die "Knochenmühle der Alpen" genannt. Nirgendwo sonst wurde auf einem so kleinen Gebiet so erbittert gekämpft. Keiner der beiden Seiten gelangen während des Krieges nennenswerte Geländegewinne, obwohl auch mit Sprengungen unter den gegnerischen Stellungen versucht wurde, den Feind zu vertreiben. Erst nach Kriegsende und dem Abzug der Österreicher konnte das Pasubio-Massiv von Italien besetzt werden.

Zur Versorgung der italienischen Truppen auf dem Berg wurde die vom Feind nicht einsehbare "Strada delle 52 Gallerie" (Straße der 52 Tunnel) in einer Bauzeit von weniger als einem Jahr vom Passo dello Xomo zum Rifugio Achille Papa an der Porte del Pasubio gebaut. Diese ist heute noch gut begehbar, eine Taschenlampe ist allerdings Pflicht, da die Tunnel alle unbeleuchtet sind.Der längste Tunnel ist über 300 Meter lang.


Im Bild unten ist das Bergmassiv Monte Forni Alti zu sehen, die Straße verläuft vom Passo dello Xomo (rechts) bis zur Porte del Pasubio (links) in diesen steilen Felsen.

Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Parkplatz oberhalb des Passo dello Xomo, der auf einer schmalen Straße erreicht wird. Von hier sind bis zum Ende am Rifugio Achille Papa ca. 6,3 km Wegstrecke und 700 Höhenmeter zu überwinden.

Teilweise konnte aus den Tunneln in Richtung der österreichischen Nachschubwege geschossen werden.

Außerhalb der Tunnel führt der Weg manchmal spektakulär durch die senkrecht abfallende Wand.

Der spektakulärste Tunnel führt korkenzieherartig in einer Felsnadel nach oben. Entlang des Gipfelkamms führt die Straße als schmales Felsband mit schönen Tiefblicken entlang.

Zona Monumentale

Vom Rifugio Achille Papa führt eine Straße in die eigentliche Kampfzone, die sog. "Zona Monumentale". Man sieht noch heute die Krater der vielen Granateinschläge sowie die in den Berg gehauenen Stellungen. Noch heute findet man hier Überreste der Kämpfe wie z.B. Stacheldrahtreste aber auch Knochen der Gefallenen.

Vorbei an den ehemaligen italienischen Stellungen wanderten wir auf den Hauptkampfplatz, den sog. "Eselsrücken" zwischen den italienischen Stellungen ("Dente italiano", italienische Platte) und den österichischen ("Dente austriaco", östreichische Platte). Keine der gegnerischen Stellungen konnte im Laufe des Krieges erobert werden, obwohl zuletzt durch eine gewaltige Sprengung mit ca. 50.000 kg Sprengstoff ein Teil der italienischen Platte zerstört wurde. Noch heute liegen ca. 800 italienische Opfer der Sprengung unter den Felstrümmern.

Die beiderseitigen Verluste in diesem kleinen Gebiet waren unvorstellbar hoch. Teilweise waren "die größten Hindernisse die Leichenberge der gefallenen Soldaten. Der nackte Fels war durch die Körper der Toten verdeckt." (Bericht eines italienischen Augenzeugen).